über die literarischen Taschenhefte aus dem Crago-Verlag
J. Heinrich Heikamp "REGEN PRASSELT LEISE"
Durch die Herausgabe des vorliegenden Heftchens beweist der Autor erneut sein Können als Verfasser kleiner, tiefsinniger Gedichte. J. Heinrich Heikamp, der schon einige Publikationen aufzuweisen hat, wählte 15 Werke aus unterschiedlichsten Themenbereichen aus und stellte damit Band 1 der „Edition Heikamp“ im Crago-Verlag zusammen. Der Lyriker setzt sich sowohl mit ganz klassischen Bereichen wie Liebe und Romantik („Immer wieder“), aber auch mit aktuellen Begebenheiten („Am Neumarkt“) auseinander. Seine kurzen Verse regen zum Nachdenken an oder warten mit einer Pointe auf („Im Büro“). Diese Sammlung ist für jeden Fan zeitgenössischer Lyrik auf jeden Fall zu empfehlen. (Richard Salzmann, FANZINE KURIER)
URSULA SIEBERICHS "STURM DER GEDANKEN"
„Sturm der Gedanken“ ist die erste Einzelpublikation der Autorin Ursula Sieberichs. Die Fremdsprachenkorrespondentin stellte für den vorliegenden zweiten Band der Edition Heikamp einige Kurzgeschichten und Gedichte zusammen. Die Stories, allesamt unter das Überthema „Sturm der Gedanken“ gestellt, handeln von Personen, die ein nicht alltägliches Schicksal bewältigen müssen. Kern der Erzählungen ist jeweils eine Wende in den Gedanken der Charaktere. (Richard Salzmann, ANDROMEDA NACHRICHTEN 204)
ERWIN BEITELMANN "UND ICH NAHM RACHE"
Der 3. Band der Edition Heikamp offeriert den Freunden des gepflegten Horrors vier Kurzgeschichten des Autors Erwin Beitelmann. Zwei dieser Stories entstanden in Zusammenarbeit mit Thorsten Wilts bzw. Ramon Bensing. Es sind keine spektakulären Horror-Stories, die Blut splattern und durch bombastische Metzeleien oder Genre-Klischees den Durchschnitts-Horror-Fan zum Lesen verleiten wollen. Erwin Beitelmann greift alltägliche Situationen auf, wie sie um uns passieren oder passiert sein könnten und spinnt sie weiter, fügt das phantastische Element hinzu. So nimmt beispielsweise eine gängige Situation innerhalb einer Familie einen tragischen Ausgang, in der Vampir-Story trifft die Protagonistin eine ungewöhnliche Entscheidung, die Vergeltung eines – vielleicht - zu Unrecht Getöteten trifft den Lynch-Mob, die fleischfressende Pflanze befreit ihren Besitzer von allen Menschen, die er loswerden möchte. Einige Motive kennt man natürlich aus gängigen Filmen und Büchern, doch durch die unaufdringliche Erzählweise des Autors und den bewussten Verzicht auf das Auswalzen morbider Szenen erscheint das Grauen viel subtiler. Zwischen den Zeilen, die Affekthandlungen, Rachewünsche und Sehnsüchte schildern, erhascht man durchaus auch ein wenig Selbstironie. Wer nach interessanten Stories abseits des Mainstreams sucht, sollte der kleinen, aber feinen Edition Heikamp eine Chance geben. (IS, FANZINE KURIER)
J. HEINRICH HEIKAMP "DIE KLEINE PUNKERIN"
Band 4 der Edition Heikamp beinhaltet Short Cuts, die kürzeste Prosaform, aus der Feder von J. Heinrich Heikamp, von dem bereits ein weiterer Band innerhalb dieser Reihe (1: „Regen prasselt leise") erschienen ist. Darüber hinaus kann man im Crago-Verlag weitere Hefte mit seinen Beiträgen finden, bzw. solche, an deren Entstehung er beteiligt ist. „Die kleine Punkerin" offeriert 7 Short Cuts aus den Jahren 1989 – 2003. In wenigen Sätzen werden kurze Szenen geschildert, Eindrücke und Gefühle. Es bleibt dem Leser überlassen, darüber nachzudenken, was vorher geschah und nachher noch geschehen könnte.
Man kann das kleine Heft sehr schnell durchlesen, aber das ist nicht der Sinn der Sache. Nimmt man sich die Short Cuts einzeln vor, hält inne und denkt über das Gelesene nach, bevor man fortfährt, erfasst man erst die Atmosphäre, die der Autor in jede einzelne Kurzgeschichte hinein legte. Verzweiflung, Fatalismus, Enttäuschung, Hoffnung und andere Emotionen kommen zum Ausdruck. „Die kleine Punkerin" ist keine alltägliche Lektüre und ragt wie die Figur der Titelstory aus dem bequemen, gefälligeren Mainstream heraus. (Irene Salzmann, FANZINE-KURIER)
SIEGLINDE IPPERS "DAS TAGEBUCH"
Beim Entrümpeln findet Christine auf dem Dachboden ihr altes Tagebuch. Sie war 14, als sie es von einer Freundin geschenkt bekam. Beim Lesen der Einträge erinnert sie sich an wichtige Begebenheiten ihres Lebens, die im Laufe der Jahre fast in Vergessenheit gerieten: die erste große Liebe, die Enttäuschung darüber, schon bald wegen einer anderen verlassen worden zu sein, die Begegnung mit ihrem jetzigen Ehemann, die Hochzeit, das erste Kind, der Abschluss der Ausbildung, das zweite Kind – und wieder fügt sie nach langer Zeit einige neue Zeilen hinzu. Sieglinde Ippers Kurzgeschichte ist als Band 5 der Edition Heikamp im Crago-Verlag erschienen und zählt sicher zu den besinnlichsten Geschichten in dieser erlesenen Reihe. (Irene Salzmann, FANZINE-KURIER)
Eine nette kleine Geschichte, die mich schmunzeln und selber an meine Jugend erinnern ließ. (REZENSENTEN.DE)
J. Heinrich Heikamp "DIE LETZTE FIGUR"
Seit über einem Vierteljahrhundert ist J. Heinrich Heikamp als Schriftsteller tätig, er engagiert sich für die dt. Comic-Szene und ist auch darüber hinaus vielfach aktiv. Mit seiner Edition Heikamp, die im Crago-Verlag erscheint, beweist er schon seit längerem eine gute Hand bei der Auswahl von Autoren und ihren Kurzgeschichten. Nach Band 1 und 4 zeigt er wieder in Band 6 sein Können.
Nach dem frühen Tod ihres Mannes lebt Petra allein mit ihrer Tochter Sabine. Die beiden haben eine super Mutter-Tochter-Beziehung, und gerade an Weihnachten möchte Petra Sabine ihren größten Wunsch erfüllen: eine Windkönig-Action-Figur. Mutig stürzt sie sich in das Getümmel…
Humorig schildert der Autor ein bekanntes Szenario, in das sich der Leser mit Leichtigkeit hinein versetzen kann. Am Ende wartet noch eine Überraschung auf die Protagonistin, auch die ‚Bescherung’ ist dem Leser in beiderlei Sinne vertraut, aber die Auflösung versöhnt - wenngleich ein solch positives Finale im wahren Leben eher nicht erwartet werden darf. „Die letzte Figur“ ist eine Geschichte, wie sie der Alltag erzählt und wie sie jeder Leser zweifellos in ähnlicher Form schon erlebte. (Irene Salzmann, FANZINE KURIER 126)
"Die Letzte Figur" ist eine Weihnachtsgeschichte, die stellenweise an Arnold Schwarzenegger erinnert. Gleichzeitig ist es ein Hinweis auf die Comic-Serie "Windkönig". Eine amüsante Erzählung, in der sich manch ein Leser wiederfinden kann. (Erik Schreiber, DER PHANTASTISCHE BÜCHERBRIEF 402)
Mit einem Schmunzeln auf den Lippen las ich diese Geschichte und empfand sie als bisher bestes Heft von J. H. Heikamp. Hätte gern mehr gelesen. Zum Schluss bekommt der Leser noch 3 lyrische Schmankerl, so das mich dieses Heft mich sehr gut unterhalten hat. (Büchereule, REZENSENTEN.DE)
MARKUS T. SCHÖNROCK "DAS ROTE KOSTÜM"
Ein verheirateter Kollege nimmt Manfred als Alibi zu einem Seitensprung mit. Gabi ist eine Traumfrau, und Manfred verliebt sich prompt in sie. Als sie schon wenig später fallen gelassen wird, treffen sich die beiden ganz zwanglos und verabreden sich von da an regelmäßig. Manfreds Glück ist vollkommen, als Gabi ihm schließlich das Jawort gibt. Auch nach Jahren sind sie noch immer ein verliebtes Paar, doch dann bekommt Manfred eine neue Kollegin…
Es ist eine Geschichte, wie sie sich in vielen intakten Beziehungen abspielen mag. Es gibt überhaupt keinen Grund für einen Seitensprung, aber als sich plötzlich die Gelegenheit bietet, will es der Mann in der Midlife-Crisis noch mal wissen, bevor seine Zeit abläuft: Ist er noch attraktiv genug, um eine Geliebte an sich zu binden? Er denkt nicht, sondern genießt und trägt schließlich die Konsequenzen. Natürlich weiß Manfred, dass er einen Fehler begeht, dass seine Neugierde auf die rassige Kollegin letztlich zur Trennung von Gabi führte. Er bereut, doch es ist zu spät, die Uhr kann nicht zurück gedreht werden. Für eine kurze Zeit des Vergnügens und der Selbstbestätigung hat er alles verloren, was ihm wichtig war. Geblieben sind allein treue Freund, die ihn trotzdem nicht im Stich lassen, und die Erinnerung an Gabi in ihrem roten Kostüm. Der Autor braucht nicht zu moralisieren, das macht der Leser automatisch. (Irene Salzmann, FANZINE KURIER 127)
ANDREA TILLMANNS "DER DRITTE ARMREIF"
Allen Geschichten ist die sehr gefühlvolle Stimmung gemein, anzuerkennen als hohe Kunst der Autorin, die mit den wenigen Absätzen, aus denen die Geschichten bestehen, ein eindringliches Gefühlsbild zu erschaffen vermag und mit jeder einzelnen der sieben Stücke die sprichwörtlichen Saiten im Leser zum Schwingen bringt.
Auf Grund des Umfangs der Sammlung fehlen füllende Texte, die Lektüre fühlt sich an wie ein Stück ausgesuchter Qualität, mit der die Autorin die verschiedenen Felder der Phantastik beleuchtet. Einzig "Ein letzter Wunsch" entzieht sich meinem direkten Verständnis, allerdings bleibt auch hier der emotionale Eindruck und das sinngemäße Verständnis der Erzählung unberührt. Es ist dem Augenschein nach ein unscheinbares Heftchen, in dem sich aber sieben fesselnde Geschichten von hoher Qualität verbergen, die nicht nur unterhalten, sondern im selben Maße zum Nachdenken anregen. (Dujardin, CIAO. DE)
Die Geschichten erinnern an Märchen, Geschichten über Aberglauben und nicht immer mit einem Happy-End bestückt. Die Autorin hätte einige Geschichten sicherlich besser ausbauen können, aber auch so haben einige davon einen schönen Stil und vor allem auch einen schönen Hintergrund. Auf 30 Seiten kann man die sieben Geschichten nachlesen. Eine davon trägt den Namen „Der dritte Armreif", dem das Büchlein auch den Titel zu verdanken hat. Deck- und Rückenblatt sind auf blauer Pappe gedruckt worden und das Deckblatt wird von einem Bild von Christel Scheja verziert, die in der Welt der Phantastikgeschichten keine Unbekannte ist. Fazit: Schöne kurze Märchen, die leider viel zu schnell ein Ende finden. (Averan, ROTERDORN.DE)
SANDRA HENKE "FATALE SINNLICHKEIT"
In der Edition Heikamp findet der interessierte Leser ein reichhaltiges Angebot: Lyrik, zeitgenössische Kurzgeschichten, Phantastik und Erotik. Oft mischen sich die Genres. In Band 12 „Fatale Sinnlichkeit“ findet man drei erotische Stories, die im phantastischen Genre angesiedelt sind.
Die Geschichten sind ausnahmslos aus der weiblichen Perspektive erzählt. Die Sprache jedoch, die die Autorin benutzt, ist ‚männlich’. Sandra Henke rächt die benutzten, abgeschobenen und vernachlässigten Frauen. Sie gibt ihnen Befriedigung und lässt sie einmal über den Mann und seine selbstsüchtigen Triebe dominieren. Mehr von der Autorin gibt es unter www.SandraHenke.de und www.Condannato-Vampire.de. (Irene Salzmann, FANZINE KURIER 130)
Fatale Sinnlichkeit enthält drei Kurzgeschichten, die durchaus in den Bereich erotische Gruselgeschichten einzureihen sind. Die gleichnamige erste Erzählung endet unverhofft. Eine sinnliche junge Frau ist in einer Burg unterwegs zum Burgherren und erhält dort einen Auftrag. Es ist aber nicht irgendein Auftrag, er sagt nämlich nichts weiter aus, als die Feinde, und zwar alle Feinde, die vor der Burg lauern, auszulöschen.
Smooth Criminal, erinnert mich in einigen dort aufgeführten Begriffen an verschiedene Pop-Lieder. Es erzählt die kurze Geschichte einer Frau, die plötzlich von einem Nebel umfangen wird.
Coitus Diabolicus ist ähnlich aufgebaut, jedoch örtlich wie auch zeitlich verschieden. Als Frau hat man nicht unbedingt das Bedürfnis, ständig am PC zu hocken und ‚Diabolo’ zu spielen.
Drei kurze Geschichten sind mal was für schnell zwischendurch. Aber sie bilden mit ihrer Mischung aus Grusel und Erotik eine lesenswerte Mischung. (Erik Schreiber, FICTIONFANTASY.DE)
GISELA SCHÄFER "PEINLICH, PEINLICH"
Der 13. Band der Edition Heikamp präsentiert acht ausgewählte Glossen der Autorin Gisela Schäfer. Die Autorin greift gängige Themen auf, mit denen jeder konfrontiert wird. Humorvoll lästert sie über die kleinen Dinge, über die sich so viele Leute ereifern, obwohl es das gar nicht wert ist, und übt Kritik, weil man sich trotz besseren Wissens doch immer wieder gesellschaftliche Fesseln anlegen lässt. Wer schmunzeln möchte, kommt mit „Peinlich, peinlich“ voll auf seine Kosten. (Irene Salzmann, FANZINE KURIER 129)
ANDREA TILLMANNS "DRACHENFEUER"
Nach „Der 3. Armreif“, Band 10 der Edition Heikamp, ist mit der Nr. 14 ein weiterer Band der Autorin Andrea Tillsmann erschienen. Alle Geschichten sind dem Fabeltier Drache gewidmet, und Andrea Tillmanns beweist, wie abwechslungsreich an das Thema herangegangen werden kann; sattsam bekannte Motive müssen sich nicht wiederholen.
Nicht immer ist der Drache die Hauptfigur, nie ist er böse oder verhält sich so, wie es die Menschen von ihm erwarten. Eher erscheinen die Menschen als die wahren Monster, da sie ihn und sein ganzes Wesen nicht begreifen. Aus Unwissenheit oder anderen Motiven misshandeln oder töten sie ihn. Trotzdem wirken die Drachen immer wieder Gutes, und sei es für oder wegen des einen Menschen, der anders ist.
Die Stories sind von der Grundstimmung her eher nachdenklich. Allein „Geliebte Cindra“ fällt durch die Pointe und „Drachentöter“ durch die Parodie eines Klischees aus dem Rahmen. Diese beiden Geschichten sind am gefälligsten und besonders unterhaltsam. Die Autorin schreibt routiniert und ohne überflüssige Schnörkel.
Die Titelillustration von Christel Scheja ergänzt passend den kleinen Band, der sich vor allem an Fantasy-Leser, die des Mainstreams überdrüssig sind, und an Drachen-Fans wendet. (Irene Salzmann, FANZINE KURIER 129)
DIETER OBITZ "PETER UND DIE HEXE ATA"
Wenn der kleine Peter Langeweile hat, geht er in seinen Schrank, verklebt das Schlüsselloch mit Kaugummi, berührt mit der Nasenspitze den Zeh, der aus einem Loch in seinem Socken guckt und sagt einen Zauberspruch auf. Dann kommt die freundliche Hexe Ata, die ihn zu aufregenden Abenteuern mitnimmt. Nach „Der König auf dem Misthaufen", Band 8 der Edition Heikamp, ist nun mit Band 16 das zweite kleine Büchlein von Dieter Obitz erschienen. Peter und die Hexe Ata sind den aufmerksamen Lesern natürlich schon bekannt, und hier gehen ihre Erlebnisse weiter, anschaulich illustriert von Michael Stegemann.
Dieter Obitz greift bekannte Themen auf, mit denen sich wohl schon so ziemlich jeder irgendwann einmal konfrontiert sah. Dabei betrachtet er alles aus Kinderaugen und nimmt auf diese Weise der Kritik ein wenig die Schärfe, vermeidet den moralisch erhobenen Zeigefinger. Seine Geschichten sind zum Vorlesen und zum Selberlesen – wobei man sich an der eigenen Nase packen sollte, um einen kleinen Beitrag zu einer besseren und heileren Welt beizusteuern. (Irene Salzmann, FANZINE KURIER).
J. HEINRICH HEIKAMP "DER WIND WIRFT DEINEN NAMEN"
Von J. Heinrich Heikamp sind innerhalb der Edition Heikamp bereits fünf kleine Sammlungen seiner Kurzgeschichten und Gedichte erschienen: Band 1, 4, 6, 11 und 15.
Auf knapp 30 Seiten findet man Gedichte zu den unterschiedlichen Themen, die den Verfasser vor rund zwanzig Jahren bewegt haben und vermutlich immer noch bewegen, denn sie sind ausnahmslos zeitlos: Politik und Krieg, Umwelt und Zerstörung, Glaube und Hoffnung, Liebe und Sehnsucht, Verlust und Schmerz, Kritik und Zorn. Phantastische Elemente verfremden gängige Motive. Gesellschaftskritik wird in dem Bewusstsein geübt, wie machtlos der Einzelne ist und wie wenig er darum verändern und vor allem zum Guten wenden kann.
Die Gedichte sind nicht zum schnellen Herunterlesen gedacht. Man sollte nach jedem Text innehalten und eine Pause machen, um die enthaltene Aussage erfassen zu können. In knappen Worten bringt der Autor auf den Punkt, was so mancher Leser denkt, fühlt oder wünscht. (Irene Salzmann, FANZINE-KURIER 130)
Besonders das Gedichte "Blind" berührte mich, das es für mich passend aufgeschrieben war. Aber auch "Verständnis" erreichte meinen Kopf, um mir Gedanken auch zum Autoren zu machen. Ich bin sehr neugierig, welche Situationen J. Heinrich Heikamp dazu veranlaßt haben, diese mitunter schönen Gedichte sich vom Herzen zu schreiben. Von mir glatte 6 Sterne !!! (Büchereule, REZENSENTEN.DE)
HEINRICH SCHMIDT "GERADE ZUM TROTZ"
Ironische und doch zärtliche Liebesgedichte für die Gemahlin sind ebenso vertreten wie schwarzhumogie Betrachtungen über die letzten Dinge. Diese ganz besondere Sichtweise schimmert selbst durch Schmidts Naturbeobachtungen durch. Wenn er etwa vom Regenwurmpärchen schreibt, das in seiner leidenschaftlichen Verknotung den hungrigen Vogel nicht bemerkt und aufgefressen wird. Die Moral: "Tja, oft grausam ist des Schicksals Pein, geht man 'ne Liebesbindung ein." (Inge Hüsgen, WESTDEUTSCHE ZEITUNG 20.07.2007)
GISELA SCHÄFER "DER BESTE ALLER MÄNNER"
Gisela Schäfer, Jahrgang 1935, ist Gründerin der "Autorengruppe Kleeblatt". Seit geraumer Zeit erscheinen ihre Kurzgeschichten in den Anthologien kleiner Verlage und im Eigenverlag. Innerhalb der EDITION HEIKAMP/Crago-Verlag ist DER BESTE ALLER MÄNNER (Band 22) bereits ihre zweite Publikation nach PEINLICH; PEINLICH (Band 13).
Wer sich über jenes Büchlein bereits königlich amüsierte, weil die Autorin darin trefflich die unabänderlichen Kleinigkeiten des Alltags, wegen derer sich jeder trotz besseren Wissens ereifert, auf die Schippe nimmt, wird auch an ihrem neuen Werk viel Vergnügen haben.
Diesmal sind es Szenen aus dem Eheleben, die veräppelt werden. Kritik in beide Richtungen ist enthalten, denn Mann und Frau können manchmal einfach nicht über ihren Schatten springen, und wenn sie es doch tun, geht es meist schief. Momente mit Situationskomik werden mit einem Augenzwinkern wiedergegeben, so dass man nicht beleidigt ist, selbst wenn man gewissermaßen den Spiegel vorgehalten bekommt.
Solche Geschehnisse gehören einfach dazu, und man liebt den anderen deswegen nicht weniger – und auch das bringt die Autorin zum Ausdruck: "Der Beste aller Männer" ist eine Liebeserklärung an ihren Mann und ein Danke für viele schöne Ehejahre.
Beispielsweise erzählt Gisela Schäfer in "Mitgegangen" von den Folgen der Flexibilität. Sie begleitet ihn zum Fußball, gibt zu, dass die Atmosphäre im Stadion überwältigend ist, sie aber auch ein wenig Angst vor den Fans hat, die mit dem Ergebnis nicht zufrieden sind und randalieren könnten. Umgekehrt lässt er sich in ein Konzert mitnehmen, wo er prompt einschläft und sich auch noch beschwert, dass er dauernd geweckt wird.
Eine "Aufräumaktion" ist hin und wieder nötig, aber wehe, man vergreift sich dabei am Allerheiligsten des anderen. Verständnis oder gar Freude über die Hilfe? Ganz sicher nicht. Am besten, man stellt den Urzustand wieder her, und das geht ganz schnell.
"Essen kochen" gehört zu den Pflichten der Frau, selbst wenn sie krank ist. Obwohl alles gerichtet ist und die Suppe nur noch erhitzt werden muss, macht er ein Drama daraus. Anschließend ist er so stolz, dass er fast platzt, weil er den Knopf am Herd betätigen konnte: Ein und Aus.
Außer diesen drei findet man neben einem einstimmenden Vorwort noch zehn weitere satirische Geschichten von ein bis zwei Seiten Länge. Sie alle schildern Begebenheiten, wie man sie selbst so oder ähnlich erlebt hat. Man kann sich identifizieren und darüber schmunzeln, dass alle in etwa die gleichen Erfahrungen im Laufe einer Ehe sammeln und dass die Eigenarten, die als typisch Frau oder typisch Mann gelten, nicht ganz zu Unrecht dem jeweiligen Geschlecht zugesprochen wurden.
Wer dem Alltag mit Humor begegnen kann, wird wieder einmal feststellen, dass das Leben selbst mit die besten Geschichten schreibt.
Die Erzählungen von Gisela Schäfer kann man jedem empfehlen, der ironische und doch warmherzige Kurzgeschichten aus dem wahren Leben schätzt, in denen die kleinen Macken, die jeder hat, aufs Korn genommen werden. Band 13 und nun auch Band 22 zählen zu den Highlights der EDITION HEIKAMP. (Irene Salzmann, FANZINE-KURIER 140)
MARK HEYWINKEL "YASMIN UND ANDERE LEBENSGESCHICHTEN"
Mark Heywinkel ist ein junger (Baujahr 1987) Bielefelder, der neben dem Studium, diverser journalistischer Tätigkeiten und Internetblog immer wieder Zeit findet, kurze Geschichten zu verfassen. Diese Alltagsbeobachtungen und Skurrilitäten des Lebens sind nun in der Edition Heikamp (Crago-Verlag) veröffentlicht worden.
Die Edition Heikamp trägt den Untertitel "Die literarischen Taschenhefte", also sind es kleine Hefte, die man gut im Bus, im Zug oder in einer verlängerten Mittagspause im Park lesen kann. Heywinkels Kurzgeschichten sind dafür wie gemacht: Unterhaltsam mit witzigen Einfällen und auch mal tragikkomisch. Da ist zum Beispiel die Titelgeschichte Yasmin: der Erzähler verliebt sich beim Rollenspiel-Tête-à-tête, aber es ist eben nur ein Live-Rollenspiel und seine Gespielin ist ja im wirklichen Leben jemand anderes. Die Themen sind sehr variabel: Das Ende einer Beziehung, Einsamkeit im Alter, unerreichbare Liebe, eine Marsmission (die erste, wenn ich mich nicht irre), eine Themenhochzeit Star Trek und andere mehr. Es werden Lebenswelten entworfen, die einem vertraut sind, die aber sehr intensiv durch einen subjektiven Erzähler geschildert werden (oft traurig bis tragisch), die aber auch immer eine Übertreibung oder Abnormität beinhalten, die dann die Geschichten auch komisch wirken lassen. Inhaltlich darf man eigentlich nicht zu viel über die Kurzgeschichtensammlung schreiben, da man ja immer Plots verraten will und das ist bei Kurzgeschichten so ne Sache, da gibt meist nur einen. "Eine Lebensgeschichte" war im übrigen einer der Gewinnertexte des "25. Jugend schreibt" Wettbewerbs und "Der Kreis" (ein Wiener Literaturkreis) zeichnte "Hautnah" aus. (hififi.de)
SANDRA CONZE "SCHMETTERLINGE WOLLEN FLIEGEN"
Der Crago-Verlag präsentiert in „Schmetterlinge wollen fliegen“ eine Sammlung Kurz-Krimis, in denen Kommissar Lassig ermittelt und durch Indizien oder auch Dank des glücklichen Zufalls den Täter überführt. Neun Storys, die zwischen zwei und fünf Seiten lang sind, schildern überwiegend Geschehnisse, denen ein längerer Ärger vorausging, der sich schließlich in einer Affekthandlung entlädt. In keinem Fall zeigt der Täter Reue; vielmehr reagiert er erleichtert und bemüht sich, alle verräterischen Spuren zu beseitigen. Er fühlt sich sicher, doch dann stellt sich heraus, dass er etwas übersehen hat. Die Stories sind in der Tradition des Kurzkrimis, wie man ihn aus der Tageszeitung oder Illustrierten kennt, unterhaltsam zu lesen und werden zweifellos ihr Publikum in den Kreisen finden, die es kurz und präzise inklusive einer Portion Lokalkolorit mögen. (Irene Salzmann)
WOLFGANG KAMMER "HIRNGESPINST UND SCHMETTERLINGE"
Anders als vielen Autoren, die Lyriken verfassen, gelingt es Wolfgang Kammer, seine Gedanken in klaren Worten und Sätzen auszudrücken. Seine Texte sind nicht abgehoben und experimentell, um des Experimentierens Willen, sondern verständlich und nachvollziehbar. So machen Gedichte Freude, auch jenen Lesern, die möglichst einen Bogen um Lyrik-Bände schlagen. (Irene Salzmann)
ANDREA TILLMANNS "DIE JAGD NACH DER RÖMISCHEN FORMEL"
Obwohl der Kinder-Krimi bekannte Schemata bemüht, kann Andrea Tillmanns durch ihren gefälligen Stil überzeugen und weiß gut zu unterhalten. Den Band darf man kleinen Leseratten ab 9 Jahre empfehlen und einem reiferen Publikum, das Kurzgeschichten aus der Region schätzt und dabei Kinderbücher nicht ablehnt. (Irene Salzmann)
Rattus Libri - der Bücherbrief von Irene Salzmann und Christel Scheja
www.rattus-libri.buchrezicenter.de
Rezensenten.de - private Kritikerseite von Tanja Asmus
www.rezensenten.de